Historische Maissorten

Mais ist Vielfalt - das ist mehr als die abgedroschene Aussage irgendeiner Imagekampagne. Das Bild der über 3 Meter hohen Maispflanze mit gelben Kolben mag auf den Acker um die Ecke zutreffen, nicht aber auf die Variabilität die Mais (Zea mays ssp. mays) tatsächlich zu bieten hat.

 

Der Großteil dieser Variabilität findet sich in alten Landsorten, die auch die Basis der heutigen leistungsfähigen Maishybriden bilden. Hybriden sind in aller Regel wesentlich ertragreicher als ihre "Vorfahren", weshalb kaum noch historische Sorten wie der Badische Landmais oder Ribeli Mais erwerbsmäßig angebaut werden. Im Zuge einer "Rückbesinnung" auf alte Kulturgüter erfahren diese zwar eine gewisse Renaissance, werden aber selten das Ertragsniveau moderner Züchtungen erreichen.

v.l.: Teosinte, Teosinte X Mais, Badischer Landmais, Hybridmais. Blanc de Bresse, Wachsmais, Schafzahnmais, Black Aztec, Geneva, Pink Pop, Taos Blue
v.l.: Teosinte, Teosinte X Mais, Badischer Landmais, Hybridmais. Blanc de Bresse, Wachsmais, Schafzahnmais, Black Aztec, Geneva, Pink Pop, Taos Blue

Warum also sollte man sich überhaupt mit diesen alten Sorten beschäftigen, wenn moderne Hybridsorten doch ertragreicher sind? Historische Maissorten besitzen mitunter Eigenschaften (Trockenstresstoleranz, Nährstoffeffizienz, Kältetoleranz etc.),  die für zukünftige Sorten benötigt werden und in Zeiten des Klimawandels so wichtig sein können.

 

Dieses (alte) genetische Material wird heute in großen Saatgutbanken wie zum Beispiel dem Svalbard Global Seed Vault auf Spitzbergen oder dem IPK (Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung) in Gatersleben für zukünftige Generationen bewahrt.

 

Auf den folgenden Unterseiten beschreibe ich verschiedene historische Maissorten. Die ursprüngliche Intention war es, diese während der Vegetation zu beobachten und das geerntete Pflanzenmaterial fotografisch zu dokumentieren. Darüber hinaus und trotz der geringen Pflanzenzahl (ca. 20 - 30 Pflanzen je Sorte) sowie der damit verbundenen Probleme (Verlust genetischer Diversität, Inzuchtdepression, etc.) habe ich mich entschieden, das geerntete Saatgut aufzubereiten und für einen späteren Anbau zu verwahren.


Weiterführende LINKS

Bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft - Historische Maissorten in Bayern

Berggetreide.ch - Kulturpflanzen in der Schweiz Mais

IPK Gatersleben - Kulturpflanzenbank und Genbankinformationssystem

CGIAR Genebank Platform - Hinweise zum Erhaltungsanbau von Mais

Crop Trust - Vielfalt von Mais

IPK Gatersleben - Präsentation "The German Maize Collection"

Schulbiologiezentrum - Mono- & Dihybride Kreuzungen mit Mais