Kornfeuchte von Maissamen bestimmen

Veröffentlicht am 24. Januar 2021

Ein wichtiger Faktor bei der Saatgutlagerung ist ein nicht zu hoher Feuchtigkeitsgehalt des Samenkorns. Feuchtes Saatgut verliert während der Lagerung rasch die Keimfähigkeit oder verdirbt. Ein niedriger Feuchtigkeitsgehalt verringert die Stoffwechselaktivitäten und trägt neben einer niedrigen Lagertemperatur dazu bei, dass Samen lange lebensfähig bleiben.

 

Im Allgemeinen ist vielen Literaturquellen zu entnehmen, dass die optimale Kornfeuchte von Saatgut je nach Kulturart zwischen 10 % (z.B. Kohlrübe) und 16 % (z.B. Ackerbohne) liegt. In der „Saatgutverordnung Anlage 3 – Anforderungen an die Beschaffenheit von Saatgut“, wird für Maissaatgut ein Höchstgehalt an Feuchtigkeit von 14 % angegeben. Ich gehe davon aus, dass (bis zu einem gewissen Grad) jedes % Feuchtigkeit weniger positiv auf die Lagerdauer / den Erhalt der Keimfähigkeit auswirkt.

 

Mein Ziel ist es also, dass Saatgut mit einem Feuchtigkeitsgehalt von max. 12 besser 8 -10 % zu lagern. Kurz vor der Einlagerung meiner diesjährigen Maisernte erfolgte eine erste Analyse der Kornfeuchte mit einem Pfeuffer Getreidefeuchtigkeitsmessgerät. Der ermittelte Wert lag bei 12,9 % Feuchtigkeit. Da das mir zur Verfügung stehende Gerät aber nicht geeicht war und für Feuchtigkeitsgehalte unter 8 % nicht geeignet ist, habe ich mich entschlossen zukünftige Feuchtebestimmungen über Verdunstungsanalysen in einem Trockenschrank mit Temperatursensor durchzuführen. Hierzu ist ferner eine Analysewaage mit einer Genauigkeit von mindestens 0,1 g, besser 0,01 g notwendig.

 

Ein erster Versuch scheiterte, da ich die Maiskörner nicht geschrotet, sondern im Ganzen versucht habe zu trocknen. Selbst nach 3 Tagen bei 110 °C, war immer noch ein Gewichtsverlust festzustellen. Der nächste Versuch wurde dann gemäß den „Richtlinien für die Durchführung von landwirtschaftlichen Wertprüfungen und Sortenversuchen“ durchgeführt. Ich habe die Probe mit einer Kaffeemühle geschrotet und bei 130 °C in den Trockenschrank gestellt. Nach ca. 4 Stunden war praktisch keine Abnahme des Feuchtigkeitsgehalts mehr festzustellen (siehe Diagramm).

Der ermittelte Feuchtigkeitsgehalt des Stärkemaises 'Alamo Navajo Blue' lag 3 Wochen nach der Einlagerung in einem luftdichtverschossenen Bügelglas unter Zugabe von 100 g Silicagel auf 300 g Saatgut bei 11,41 % und damit höher als ich erwartet habe. Scheinbar ist die Menge des Silicagels zu gering bemessen bzw. die Anordnung des Silicagels zum Saatgut im Behälter nicht optimal. Hier besteht, sofern ich mich entschließe niedrigere Feuchtigkeitsgehalte des Saatguts einzustellen, noch Verbesserungspotential.

 

Literatur und Quellen

Leitfaden zur Qualitätsprüfung von On-farm erzeugtem Saatgut von Gemüsearten - SaatQual (hu-berlin.de)

Verordnung über den Verkehr mit Saatgut landwirtschaftlicher Arten und von Gemüsearten (Saatgutverordnung) Anlage 3 - Anlage 3 SaatV - Einzelnorm (gesetze-im-internet.de)


Keimfähigkeit von Maissaatgut

Veröffentlicht am 01. Januar 2021

Nach nunmehr 4 Jahren Saatgutgewinnung wollte ich wissen, wie es um die Keimfähigkeit meiner "ältesten" Maisakzessionen steht. Hierfür habe ich 5 Saatgutproben á 100 Körner unterschiedlicher Maisvarietäten untersucht. Die Maissamen wurden dafür in feuchtes Haushaltspapier eingeschlagen und bei 25°C für 7 Tage zur Keimung aufgestellt. Eine Triebkraftuntersuchung wurde nicht angestellt.

 

Ich habe zwar gewusst, dass sich Maissaatgut auch unter eher semi-professionellen Bedingungen eine verhältnismäßig lange Zeit bei akzeptabler Keimfähigkeit lagern lässt, das jetzige Ergebnis hat mich dann aber doch erstaunt. Folgende Keimfähigkeiten habe ich ermittelt:  

 

'Granada', Lagerdauer 3 Jahre, Keimfähigkeit 100% 
'Blanc de Bresse', Lagerdauer 3 Jahre, Keimfähigkeit 100% 
'Early Pearl', Lagerdauer 3 Jahre, Keimfähigkeit 100%
'Gelbes Popcorn', Lagerdauer 3 Jahre, 98% Keimfähigkeit

'Badischer Landmais', Lagerdauer 4 Jahre, 100% Keimfähigkeit

 

Am meisten überrascht hat mich das Saatgutmuster aus 2016. Diese Probe lagerte seit Ende 2016 bei -18°C in der Tiefkühltruhe. Leider kann ich keine detaillierten Angaben zu den Einlagerungsbedingungen hinsichtlich der Kornfeuchte machen. Ich schätze, dass die Ausgangskornfeuchte bei ca. 12% lag und unter anschließender Verwendung von 30 Gramm Silicagel auf 50 - 60 Gramm Saatgut vor dem Einfrieren auf 8 - 10% Feuchtigkeit gesenkt werden konnte.

 

Alle anderen Proben lagerten in luftdicht verschlossenen Drahtbügelgläsern, ebenfalls unter Beigabe (in einem separaten Beutel) von 20 - 40 Gramm Silicagel auf 80 Gramm Saatgut im ungeheizten Keller bei ca. 15°C im Winter und 18 - 20°C im Sommer. Die Kornfeuchte wird auch hier bei 8 - 12% gelegen haben.

 

Alles in allem also ein sehr zufriedenstellendes und für meine Zwecke völlig ausreichendes Ergebnis. Ich gehe im Moment davon aus, dass unter Beibehaltung meiner jetzigen Methode zur Saatguteinlagerung, die meisten Akzessionen auch nach mehr als 5 Jahren Lagerdauer eine ausreichende Keimfähigkeit aufweisen werden.

 

Literatur


Langlebigkeit von Saatgut in der ex situ Genbank in Gatersleben - Vortrag_Gumpenstein.pdf (uni-goettingen.de)


Saatgutgewinnung von historischen Maissorten

Veröffentlicht am 03. August 2020