Mais

Vom unscheinbaren Wildgras bis zu seiner heutigen Erscheinungsform, hat Mais (Zea mays L.) einen langen Selektions- bzw. Züchtungsprozess hinter sich, der vor einigen 1000 Jahren in Mittelamerika seinen Anfang nahm.

  

Nachdem Christoph Kolumbus Ende des 15. Jahrhunderts einige Samen von seinen Amerikareisen mitbrachte, verbreitete sich der Maisanbau auch über Europa. Aufgrund des hohen Wärmeanspruchs der Kultur geschah dies Anfangs nur in den klimatisch begünstigten Gebieten, durch züchterische Bearbeitung entstanden später aber auch Sorten, die mit dem kühleren Klima Nordeuropas zurechtkamen.

 

Der Kulturmais wird üblicherweise in 7 Kornformen gegliedert, nämlich Hartmais (subsp. indurata), Zahnmais (subsp. indentata), Stärkemais (subsp. amylacea), Wachsmais (subsp. ceratina), Zuckermais (subsp. saccharta), Puffmais (subsp. everta) und Spelzmais (subsp. tunicata).

Querschnitt cross section maize Maiskorn corn Endosperm Nährgewebe
Hartmais (englisch: flint corn)
Querschnitt cross section maize Maiskorn corn Endosperm Nährgewebe
Zahnmais (englisch: dent corn)
Querschnitt cross section maize Maiskorn corn Endosperm Nährgewebe
Zuckermais (englisch: sweet corn)

Diese Gliederung  basiert maßgeblich auf der Zusammensetzung, Lokation sowie Beschaffenheit des Endosperms im Maiskorn der jeweiligen Kornvarietät. Die in Deutschland zur Körnermaisgewinnung, Fütterung und Energieerzeugung genutzten Sorten sind in der Regel Mischformen aus Hart- & Zahnmais (Flint & Dent).

Xenia Effekt Xenie Mais Inca Rainbow Zuckermais sweet corn xenia effect
Zuckermais Inca Rainbow, Xenia-Effekt

Eine interessante Eigenschaft von Mais ist, dass bereits im Jahr der Befruchtung Veränderungen in der Beschaffenheit des Korns, genauer im Nährgewebe (Endosperm), auftreten können. In obigem Bild wurde die Zuckermaisvarietät 'Inca Rainbow' durch einen gleichzeitig abblühenden Hartmais bestäubt. Statt der gewünschten süßen Zuckermaiskörner entstanden viele (stärkehaltige) Hartmaiskörner. Dieser Effekt wird Xenia genannt.